Abgrenzung zwischen ISO 20000 und ITIL v3

 

ISO/IEC 20000 ist ein Modell für IT Service Management, das einen anderen Schwerpunkt setzt als ITIL®. So fokussiert ISO/IEC 20000 auf die Steuerung des IT Service Management über ein sog. Managementsystems und auf die Definition der Qualitätsparameter für das IT Service Management. Es werden umfangreiche Fragebögen zur Bestimmung der Prozessqualität und ein Zertifizierungsprogramm für IT-Organisationen bereitgestellt. Dabei beschränkt sich die Norm nicht auf einen einzelnen Framework, sondern adressiert neben dem Gedankengut von ITIL® auch die Inhalte anderer Standards, wie COBIT, MOF, ISO 9000, ISO/IEC 27000, etc.

 

Der Schwerpunkt von ITIL® beruht dagegen auf der praktischen Umsetzbarkeit der behandelten Prozesse in Form von Good-Practice-Empfehlungen. Hier finden wir eine detaillierte Beschreibung der Prozessinhalte und ihrer Wechselwirkungen. Auch ITIL® steht den Konzepten anderer Rahmenwerken offen gegenüber und hat in seinen letzten Publikationen besonders die Sichtweisen von COBIT aufgegriffen.

 

Beide Ansätze ergänzen sich auf das Beste: ISO/IEC 20000 sollte als Rahmenwerk zur Gestaltung eines normgerechten und zertifizierungsfähigen IT Service Management eingesetzt werden, ITIL® mit seinen sehr umfangreichen Prozessdefinitionen sollte dagegen für die Einführung und Gestaltung der Prozesse zu Rate gezogen werden.

 

Nachstehende Tabelle zeigt die Unterschiede zwischen den beiden Ansätzen auf:

ISO/IEC 20000

ITIL® v3

Norm und Code of Practice

De-facto-Standard und Good-Practice-Ansatz

Zertifizierung der IT-Organisation

Qualifizierung von Einzelpersonen

Definition übergeordneter Anforderungen und eines Managementsystems

Detaillierter Good-Practice-Leitfaden mit ausführlichen Prozessbeschreibungen und Implementierungshilfen

Ist unabhängig von der vorhandenen Aufbauorganisation und benennt nur einige wenige Pflicht-Rollen

Gibt Empfehlungen zur Aufbauorganisation und beschreibt eine Vielzahl von Rollen

16 Prozesse, keine Funktionsbeschreibungen, kein Lebenszyklusansatz

26 Prozesse und vier Funktionen, die in fünf Lebenszyklusphasen aufgeteilt sind

Verbindliche Beschreibung aller zur Zertifizierung erforderlichen Dokumente

Beschreibung der Kerndokumentation

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